Arbeitspakete

Das InnoVET-Projekt BIRD kann in vier strategisch angelegte Arbeitspakete unterteilt werden, deren Ergebnisse eine gekoppelte Fortbildung auf der ersten Fortbildungsstufe (DQR-Stufe 5) darstellen werden.

Die Bearbeitungen der einzelnen Arbeitspakete verfolgen durchweg die Beantwortung der Frage, wie die Fachkräftesicherung durch eine gekoppelte Fortbildung zu Industrie 4.0 und künstlicher Intelligenz in industriellen Prozessen bestmöglich gestaltet werden kann. Dabei ist stets auf Abhängigkeiten der Arbeitspakete untereinander zu achten sowie auf externe Faktoren, die den Gestaltungsrahmen vorgeben oder auch einschränken können. Die mit der Forschungsfrage verbundenen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sind einer designbasierten Forschung verpflichtet. Die designbasierte Forschung verfolgt in diesem Kontext sowohl ein praktisches Ziel – hier die Entwicklung einer gekoppelten Fortbildung – als auch ein theoretisch-wissenschaftliches Ziel, nämlich ein über den Einzelfall hinausgehendes Wissen zur Gestaltung gekoppelter Fortbildungen zu generieren. Folgendes Schaubild gibt einen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitspakete.

 

 

Die Verbindung der Fortbildungsebenen wird als vertikale Kopplung verstanden. Grundsätzlich liegt eine Fortbildung auf einer spezifischen Qualifikationsebene des Deutschen Qualifikationsrahmens (DQR). Im InnoVET-Projekt BIRD wird die Fortbildungsebene 5 des DQR fokussiert. In diesem Kontext muss die Verbindung der zu gestaltenden Fortbildung mit den vor- und nachgelagerten Qualifikationsebenen (DQR-Stufen 4 und 6), also die vertikale Kopplung untersucht werden. Die DQR-Stufe 5 wird durch die letzte Novelle des Berufsbildungsgesetzes als höherqualifizierende Berufsbildung kodifiziert, die bei Abschluss mit dem Titel „Geprüfte/r Berufsspezialist/in“ einhergeht. Es muss dabei die Frage beantwortet werden, welche Kopplungspunkte zwischen den vor- und nachgelagerten DQR-Stufen in die DQR-Stufe 5 hineingedacht werden müssen, sollten oder können.

Die Verbindung der Bildungsbereiche wird als horizontale Kopplung bezeichnet. Im Kontext des InnoVET-Projektes BIRD wird untersucht, wie eine Kopplung der Bildungsbereiche, also der beruflichen Bildung und der akademischen Bildung gestaltet werden kann, um eine gegenseitige Durchlässigkeit zu ermöglichen.

Innerhalb des zweiten Arbeitspakets werden zwei Aspekte untersucht. Der methodisch-mediale Aspekt und der inhaltlich-intentionale Aspekt. Der inhaltlich-intentionale Aspekt der Kompetenzerwartungen als Aspekt des didaktischen Konzepts wird im InnoVET-Projekt BIRD durch Kompetenzentwicklung im Zusammenhang mit Industrie 4.0 bzw. KI in industriellen Prozessen dargelegt. Der Kompetenzentwicklung liegt ein Design einer bereichsübergreifenden Bedarfserhebung zu Grunde. Die gekoppelte Fortbildung wird in methodisch-medialer Hinsicht als Blended Learning konzipiert. Blended Learning wird hier verstanden als Kombination einer Selbstlernphase mit E-Learning, einer Präsenzphase und einer Transferphase mit E-Learning.

Durch die vertikal und horizontal durchlässigen Strukturen, die mit der gekoppelten Fortbildung einhergehen, wird das Bestreben des Individuums nach Aufstieg, Anpassung und Neuorientierung adressiert. Diese Durchlässigkeit erzeugt neue Übergänge im Bildungssystem. Der Übergang in die gekoppelte Weiterbildung auf der DQR-Stufe 5 stellt etwa durch die Integration von Studienabbrechenden oder durch den Beginn der Fortbildung schon während der Ausbildung einen nicht-normierten Übergang dar, da er nicht Teil des gesellschaftlich konstruierten klassischen Lebenslaufmodells ist. Aus der Forschung zu nicht-traditionellen Studierenden ist bekannt, dass diese Übergänge einen erhöhten Informations- und Beratungsbedarf für Individuen erzeugen. Der transparente Zugang zu Informationen, die Erreichbarkeit sowie der Fokus der Beratenden auf die Zielgruppe tragen dazu bei, ob Zugänge zu Bildungsgängen für die Zielgruppen eher restriktiv oder offen wahrgenommen werden. Innerhalb des InnoVET-Projektes BIRD wird deshalb ein Orientierungskonzept gestaltet, das versucht, all diese Aspekte im Projektkontext zu berücksichtigen und somit zum Erfolg der Qualifikation beiträgt.

Die Fortbildung zu Industrie 4.0 und Künstlicher Intelligenz im Blended-Learning-Design sowie die begleitende Information und Beratung führt zu einem Qualifizierungsbedarf des Bildungspersonals. Die Kompetenzen des Bildungspersonals der beteiligten Institutionen im Umgang mit Blended Learning divergieren. Es ist daher notwendig, diese durch ein entsprechendes Qualifizierungskonzept zu entwickeln. Im Projekt wird die Frage verfolgt, welche Merkmale eine Lernarchitektur hat, die das Bildungspersonal bei der Planung, Durchführung und Evaluation der gekoppelten Fortbildung zu Industrie 4.0 bzw. künstlicher Intelligenz in industriellen Prozessen unterstützt.